Universität Heidelberg führt wissenschaftliche Begleitforschung durch

Gemeinsame Pressemitteilung vom 1. Februar 2010

 

Universität Heidelberg führt wissenschaftliche
Begleitforschung durch


Eine wirksame Straftäterbehandlung ist ein wichtiges Mittel des präventiven Opferschutzes. Auf Initiative der Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS-BW) e.V. hat deshalb der Landtag von Baden-Württemberg erstmals für die Jahre 2007/2008 gezielt Sonderhaushaltsmittel zur Behandlung gefährlicher Gewalt- und Sexualstraftäter im Regelstrafvollzug auch durch externe Therapeuten zur Verfügung gestellt. Mit diesen nunmehr in den Justizhaushalt des Landes übernommenen Haushaltsmitteln werden über den Fonds Psychotherapie und Bewährung des Landes Baden-Württemberg neben zahlreichen einzeltherapeutische Maßnahmen vor allem Behandlungsabteilungen in den Vollzugsanstalten Mannheim, Heimsheim und Heilbronn unterhalten. Dabei richtet sich das Behandlungsprogramm in Heimsheim an schwere Gewaltstraftäter, in Heilbronn an Gewaltstraftäter der mittleren Kriminalität und dasjenige in Mannheim an Sexualstraftäter. Die Programme beruhen auf einer Kombination von Gruppen- und Einzeltherapie (vgl. hierzu näher unter: www.bios-bw.de „Projekte“ und „Modellversuche“).

Obwohl es aufgrund internationaler Forschungen zwischenzeitlich als nachgewiesen anzusehen ist, dass durch eine deliktorientierte psychotherapeutische Behandlung das Rückfallrisiko deutlich gesenkt werden kann, besteht ein Mangel an Untersuchungen über die Wirkungen von Behandlungsprogrammen in deutschen Haftanstalten.

Das von der Universität Heidelberg, dem Institut für Psychologie (Prof. Dr. Peter Fiedler) und dem Institut für Kriminologie (Prof. Dr. Dieter Dölling), durchgeführte und am 1. Februar 2010 beginnende Forschungsprojekt wird von der Manfred-Lautenschläger Stiftung in Wiesloch finanziert.

Böhm
Richter am Oberlandesgericht



Weitere Informationen zum Forschungsvorhaben können beim Institut für Psychologie (Prof. Dr. Peter Fiedler - Rufnummer: 06221/547293), beim Institut für Kriminologie (Prof. Dr. Dieter Dölling - Rufnummer: 06221/547489) sowie bei der Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS-BW) e.V. (Rufnummer 0721/926 2707) erfragt werden.

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