Ziele sind Prävention und Opferschutz (br-online.de)
Gewalt- und Sexualstraftäter
Ziele sind Prävention und Opferschutz

Das Pilotprojekt soll in Baden-Württemberg die Rückfälligkeit von Sexualstraftätern mit gezielten Therapien deutlich vermindern. Dort sollen zunächst zehn verurteilte Sexualstraftäter zwei Jahre lang in Gruppen- und Einzeltherapien behandelt werden. Wie die Gefängnisleitung in Mannheim mitteilte, ist durch entsprechende Versuche in der Schweiz wissenschaftlich belegt, dass bei einer gezielten Behandlung deutlich weniger Sexualstraftäter rückfällig werden.
Finanziert wird das Projekt zum größten Teil vom
baden-württembergischen Landtag. Zwanzig Prozent der Kosten übernimmt
die Initiative Opferschutz, ein Zusammenschluss aus Richtern,
Staatsanwälten, Psychiatern und anderen Berufsgruppen. Die Therapie ist
auf zwei Jahre angelegt und kombiniert bewährte Methoden mit neuesten
wissenschaftlichen Erkenntnissen. "Unser Ziel ist Prävention und
Opferschutz", erklärt der Leiter der JVA Mannheim, Romeo Schüssler.
"Das Wesentliche an der Therapie ist der Wohngruppenvollzug und die
Kombination von Einzel- und Gruppentherapie", sagt der
Diplom-Psychologe der JVA, Matthias Freunscht. Die neu gewonnenen
Erkenntnisse aus der Therapie könnten verurteilte Straftäter sofort im
Alltag mit den anderen Gruppenmitgliedern umsetzen.
Die ersten Patienten sind zehn Sexualstraftäter, die wegen
Vergewaltigung und Kindesmissbrauch zu Haftstrafen zwischen zweieinhalb
und sechs Jahren verurteilt wurden. Unter den Teilnehmern seien aber
keine Pädophilen, fügte Schüssler hinzu.
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