Sexualverbrecher effektiv therapieren (stuttgarter-zeitung.de)
Sexualverbrecher effektiv therapieren

Foto: dpa
In der JVA Mannheim finden Straftäter Hilfe in einer gezielten Therapie
Mannheim - Neue Wege in der Therapie für
Sexualstraftäter: In der Mannheimer Justizvollzugsanstalt (JVA) ist am
Donnerstag die neue Behandlungsabteilung "Gewalt- und Sexualstraftäter"
eröffnet worden. Damit komme die JVA dem wachsenden Bedürfnis nach
Behandlung dieser Häftlinge entgegen, hieß es. Als erste
Regelvollzugsanstalt in Baden-Württemberg will die JVA mit gezielten
Einzel-und Gruppentherapien das Rückfallrisiko von Straftätern
vermindern. Die Therapie ist auf zwei Jahre angelegt und kombiniert den
Angaben zufolge bewährte Methoden mit neuesten wissenschaftlichen
Erkenntnissen.
"Unser Ziel ist Prävention und Opferschutz",
erklärte der Leiter der JVA Mannheim, Romeo Schüssler vor der
Eröffnung. Das Therapieangebot startet in Mannheim zunächst mit zehn
Straftätern, die langjährige Freiheitsstrafen zwischen zweieinhalb und
sechs Jahren wegen Sexualdelikten - insbesondere Vergewaltigung und
sexuellen Missbrauchs von Kindern - verbüßen.
In einem sanierten
Zellentrakt außerhalb des Hauptgebäudes hat die JVA insgesamt vier
Einzel- sowie vier Doppelzimmer für die Spezialabteilung geschaffen.
Insgesamt stehen zwölf Therapieplätze zur Verfügung. Bei der Behandlung
geht es um die Aufarbeitung der Tat und das Erlernen sozialer
Kompetenzen. Den Patienten sollen Methoden an die Hand gegeben werden,
sich in bestimmten für sie gefährlichen Situationen korrekt zu
verhalten, ohne erneut straffällig zu werden. Betreut werden die
Straftäter dabei von zwei Anstaltspsychologen und einem externen
Psychologen. Nach einer späteren Entlassung sollen die Patienten die
Möglichkeit haben, psychotherapeutisch nachbetreut zu werden.
"Das
Wesentliche an der Therapie ist der Wohngruppenvollzug und die
Kombination von Einzel- und Gruppentherapie", erklärt der
Diplom-Psychologe der JVA, Matthias Freunscht. Die neu gewonnenen
Erkenntnisse aus der Therapie könnten die verurteilte Straftäter sofort
im Alltag mit den anderen Gruppenmitgliedern umsetzen. Auf Anregung der
"Behandlungsinitiative Opferschutz" hatte der baden-württembergische
Landtag Haushaltsmittel zur Behandlung gefährlicher Sexualtäter in den
Gefängnissen Mannheim, Heimsheim und Heilbronn zur Verfügung gestellt.
In
der größten baden-württembergischen Haftanstalt in Mannheim und der
Außenstelle des Gefängnisses in Heidelberg verbüßen derzeit rund 750
Gefangene ihre Haftstrafen, darunter rund 70 Sexualstraftäter. Im
Rahmen des Projekts plant die JVA Mannheim eigenen Angaben zufolge die
Einrichtung einer Ambulanz zur Täter- Betreuung nach der Haftentlassung.
Mehr Informationen im Internet:
www.behandlungsinitiative-opferschutz.de
15.11.2007 - aktualisiert: 15.11.2007 16:00 Uhr
| < Zurück | Weiter > |
|---|


