Behandlungsabteilungen

Weitere Behandlungsprojekte geplant

Weitere BIOS-Behandlungsprojekte geplant

Nachdem die Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS-BW) e.V. die Justizvollzugsanstalten im Land bereits durch über den FOND Psychotherapie und Bewährung bei der Bewährungshilfe Stuttgart e.V. oder aus Vereinsmitteln finanzierte Behandlungsabteilungen in die Vollzugsansatlten Mannheim, Heimsheim, Heilbronn und Bruchsal unterstützt, sind weitere Projekte geplant, so derzeit in der Vollzugsanstalt Adelheim für heranwachsende Täter).
Sobald die Konzeption vorliegt , können Sie diese hier nachlesen.

Am 22.11.2010 wird nun zunächst die neue Behandlungsabteilung für Gewaltstraftäter
in der JVA Bruchsal mit einem Festakt in Anwesenheit des Justizministers von
Baden-Württemberg, Prof. Dr.Ulrich Goll, eingeweiht werden
.

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Wissenschaftliche Begleitforschung

Universität Heidelberg führt wissenschaftliche
Begleitforschung durch


Eine wirksame Straftäterbehandlung ist ein wichtiges Mittel des präventiven Opferschutzes. Auf Initiative der Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS-BW) e.V. hat deshalb der Landtag von Baden-Württemberg erstmals für die Jahre 2007/2008 gezielt Sonderhaushaltsmittel zur Behandlung gefährlicher Gewalt- und Sexualstraftäter im Regelstrafvollzug auch durch externe Therapeuten zur Verfügung gestellt. Mit diesen nunmehr in den Justizhaushalt des Landes übernommenen Haushaltsmitteln werden über den Fonds Psychotherapie und Bewährung des Landes Baden-Württemberg neben zahlreichen einzeltherapeutische Maßnahmen vor allem Behandlungsabteilungen in den Vollzugsanstalten Mannheim, Heimsheim und Heilbronn unterhalten. Dabei richtet sich das Behandlungsprogramm in Heimsheim an schwere Gewaltstraftäter, in Heilbronn an Gewaltstraftäter der mittleren Kriminalität und dasjenige in Mannheim an Sexualstraftäter. Die Programme beruhen auf einer Kombination von Gruppen- und Einzeltherapie.

Obwohl es aufgrund internationaler Forschungen zwischenzeitlich als nachgewiesen anzusehen ist, dass durch eine deliktorientierte psychotherapeutische Behandlung das Rückfallrisiko deutlich gesenkt werden kann, besteht ein Mangel an Untersuchungen über die Wirkungen von Behandlungsprogrammen in deutschen Haftanstalten.

Das von der Universität Heidelberg, dem Institut für Psychologie (Prof. Dr. Peter Fiedler) und dem Institut für Kriminologie (Prof. Dr. Dieter Dölling), durchgeführte und am 1. Februar 2010 beginnende Forschungsprojekt wird von der Manfred-Lautenschläger Stiftung in Wiesloch finanziert.

Weitere Informationen zum Forschungsvorhaben können beim Institut für Psychologie (Prof. Dr. Peter Fiedler - Rufnummer: 06221/547293), beim Institut für Kriminologie (Prof. Dr. Dieter Dölling - Rufnummer: 06221/547489) sowie bei der Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS-BW) e.V. (Rufnummer 0721/926 2707) erfragt werden.

Forschungsantrag der Universität Heidelberg als PDF

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Modellversuch JVA-Heilbronn

Konzept der sozialtherapeutisch ausgerichteten
Wohn- und Behandlungsabteilung für Gewaltstraftäter
in der Justizvollzugsanstalt Heilbronn

Image

Konzeption Bhdl-Abt Gewalt
JVA-Heilbronn.pdf (141.76 KB)


Neben der bereits seit 1997 bestehenden Wohn- und Behandlungsabteilung für Sexualstraftäter wird jetzt in der JVA Heilbronn zusätzlich ein Behandlungsprogramm für Gewaltstraftäter eingerichtet. Die neue Abteilung trägt der erheblichen Zunahme von Gewaltstraftaten Rechnung, deren Anzahl sich in den letzen 20 Jahren fast verdoppelt hat.

Allein in der Justizvollzugsanstalt Heilbronn befinden sich derzeit 150 verhaltensauffällige und wegen einer Gewaltstraftat verurteilte Strafgefangene, welche aufgrund vorhandener Aggressivität dringend behandlungsbedürftig sind.

Image Die Maßnahme dient dem Opferschutz, denn durch eine erfolgreiche Behandlung kann das Risiko eines Rückfalls deutlich reduziert werden. Hauptaugenmerk der neuen Abteilung ist dabei die Verhinderung von Straftaten gegen Leib und Leben, da gerade bei diesen Delikten die Folgen für das Opfer oftmals besonders drastisch ausfallen.

Die Gruppe ist auf zehn Teilnehmer angelegt, welche in einer gemeinsamen Abteilung untergebracht sind. Neben einer Gruppentherapie erhalten diese eine gezielte einzeltherapeutische Betreuung, wenn sie einer solchen bedürfen. Sämtliche Gefangene gehen einer Arbeit innerhalb der Anstalt nach. Die Kernbehandlungszeit ist auf ein Jahr angelegt.


Weblink zur JVA-Heilbronn

Bildquelle:  JVA-Heilbronn - JVA-Heimsheim

Modellversuch JVA-Heimsheim

Konzept für die Behandlung von schweren Gewalttätern im Regelvollzug der Justizvollzugsanstalt Heimsheim

JVA-Heimsheim

Mit ihrem Modelversuch trägt die Justizvollzugsanstalt Heimsheim dem Umstand Rechnung, dass das Ende Januar 1998 in Kraft getretene Gesetz zur Bekämpfung von Sexualdelikten und anderen gefährlichen Straftaten zwar zu einer Ausweitung der Behandlung von Sexualstraftätern führte, andere nicht minder gefährliche Täter, wie vor allem schwere Gewalttäter, hiervon aber unberücksichtigt bleiben. Mit Hilfe eines externen Psychotherapeuten wird nunmehr als Behandlungsmaßnahme eine Kombination aus Gruppen- und Einzelpsychotherapie angeboten, welche möglichst bereits zu Beginn der Strafhaft einsetzen soll. Die Gruppe soll aus acht Teilnehmern bestehen, welche alle Strafen von mehr als vier Jahren zu verbüßen haben. Die bei den Teilnehmern vorhandenen psychischen Störungen müssen nach der Konzeption bereits im Vorfeld der schweren Gewalttat erkennbar sein, so dass ohne psychotherapeutische Behandlung eine erhebliche Rückfallgefahr besteht.

JVA-Heimsheim
Die Einzelpsychotherapien finden einmal wöchentlich statt und werden durch einen externen Psychotherapeuten geleitet, wohingegen bei den einmal wöchentlich stattfindenden Gruppensitzungen auch ein Anstaltspsychologe anwesend ist. Die Behandlungskonzeption lehnt sich an bestehende Therapiemanuale, wie etwa das Behandlungsprogramm für Sexualstraftäter (BPS, Wischka et al., 2002), an. Als Therapieziele sind unter anderem vorgesehen: die Verantwortungsübernahme für die Straftat, die Entwicklung von Schuld- und Konfliktbewusstsein, die Übernahme der Opferperspektive, das Erkennen eigener Defizite bzw. Schwachpunkte insbesondere in Zusammenhang mit der Tatbegehung, der Aufbau von Selbstbewusstsein, Selbstkontrolle und sozialen Fertigkeiten, die Aufarbeitung sonstiger tatrelevanter Defizite sowie die Rückfallvermeidung. Die Unterbringung der Strafgefangenen in einer gesonderten Behandlungsabteilung wird angestrebt, ist aber wegen der baulichen Voraussetzungen derzeit nicht möglich. Sämtliche Gefangene gehen einer Arbeit innerhalb der Anstalt nach. Die Kernbehandlungszeit ist auf zwei Jahre angelegt. Nach der Entlassung des Strafgefangenen soll im Wege der Nachsorge die Anbindung an den externen Therapeuten aufrechterhalten bleiben, damit die zu erwartenden therapeutischen Erfolge gesichert sind.

Weblink zur JVA-Heimsheim

Bildquelle:  www.jva-heimsheim.de


Modellversuch JVA-Mannheim

Behandlungsabteilung „Gewalt- und Sexualstraftäter“
an der Justizvollzugsanstalt Mannheim

(Beginn 15. November 2007)

Behandlngskonzeption
JVA-Mannheim.pdf (54.07 KB)
 
JVA-Mannheim

Dem wachsenden Bedürfnis nach Behandlung von Sexualstraftätern will die Justizvollzugsanstalt Mannheim mit der „Behandlungsabteilung Gewalt- und Sexualstraftäter“ nachkommen. Hierfür stehen zwei Anstaltspsychologen und ein externer Psychologe (Psychologischer Psychotherapeut) zur Verfügung. Konzepiert ist die neu angelegte Behandlungsabteilung auf die Durchführung einer zweijährigen Therapie mit Gruppen- und Einzelbehandlung. In der Gruppentherapie wird u.a. das bewährte „Behandlungsprogramm für Straftäter (BPS)“ von Wischka u.a. (2002) mit seinem delikt­unspezifischen und deliktspezifischen Teil durchgeführt. Die Einzeltherapie dient vor allem der Vor- und Nachbesprechung der Themen der Gruppentherapie, der Krisenintervention und der Bearbeitung von zentralen Beziehungskonflikten. Grundlegende Elemente der Therapie sind Deliktbearbeitung und Rückfallprophylaxe. Die Therapie soll die Gefangenen in erster Linie befähigen, ein Leben ohne Straftaten zu führen. Dazu werden in der Therapie allgemeine rückfallverhütende Einstellungen, Fähigkeiten und Ressourcen aufgebaut bzw. gefestigt und eine intensive Deliktbearbeitung mit Rückfallprophylaxe durchgeführt. 

Für die Durchführung des Modelversuchs hat die JVA Mannheim gesonderte Räumlichkeiten mit mehreren Zellentrakten innerhalb der Anstalt eingerichtet (4 Einzel- und 4 Doppelzellen, ein Küche mit Küchenzeile, einen Flur, der als Aufenthaltsraum genutzt werden kann, und einen extern liegenden Gruppenraum), in welcher die Strafgefangenen dauerhaft untergebracht sind und in denen die Gruppen- und Einzeltherapien durchgeführt werden. Sämtliche Gefangene gehen einer Arbeit innerhalb der Anstalt nach. In die neue Behandlungsabteilung sollen zehn Gefangene aufgenommen werden, welche alle wegen Sexualstraftaten, insbesondere wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Vergewaltigung vorbestraft sind und deshalb mehrjährige Haftstrafen zu verbüßen haben.

 

Weblink zur JVA-Mannheim

Bildquelle:  www.jva-mannheim.de

Modellversuch JVA Bruchsal

Behandlungsabteilung für Gewaltstraftäter
nimmt ihre Arbeit auf

Am 21.4.2010 hat die neue Behandlunsgabteilung für Gewaltstraftäter in der JVA Bruchsal ihre Arbeit aufgenommen. Sie bietet zunächst Patz für 6 Straftäter. Therapeutische Grundlage ist das neue Programm für Gewaltstraftäter BPG von Steven Feelgod, welches Sie unter Fortbildung-BPG auf dieser homepage nachlesen können.
Bei der neuen Abteilung handelt sich nach den Projekten in den Vollzugsanstalten Mannheim, Heimsheim und Heilbronn um das 4. BIOS-Behandlungsprojekt. Dieses wird von der Initiative insoweit finanziell unterstützt, als der Verein die Kosten für die therapeutische Betreung durch einen Therapeuten der Forensichen Ambulanz Baden, Herrn Dipl. Psycholgen Alexander Güntnher, vollständig übernimmt. Die neue Abteilung soll im Herbst in Anwesenheit des Herrn Justizministers, Prof. Dr. Ulrich Goll, formell eingeweiht werden.

Behandlungskonzeption der JVA Bruchsal
Hier als PDF zum Nachlesen
 
 
 

Abdruck des zweiten Verlaufsberichts zur BPG-Gruppe in der JVA Bruchsal

 

 

das BPG (Behandlungsprogramm für Gewaltstraftäter gemäß Steven Feelgood) startete am 17.6.2010 in der Behandlungsabteilung der JVA Bruchsal; vorgeschaltet war so zu sagen ein „Warm up“ für die Gruppenteilnehmer, um die Gruppenzusammengehörigkeit und Arbeitsbereitschaft der einzelnen miteinander usw. zu forcieren.

 

Inzwischen fanden insgesamt 42 Treffen der BPG-Gruppe statt.

 

Berichtet wird nun über die Zeit seit der letzten Berichtlegung Mitte November 2010. Seitdem fanden weitere 23 Doppelstunden BPG, weiterhin donnerstags von 13.00 Uhr bis 15.00 Uhr statt. (Diese Angabe bezieht sich rein auf die Zeit in der Gruppe, ohne Vor- und Nachbereitung, Protokollierungen, Absprachen usw.).

 

Am 18.11.2010 wurde die Gruppengröße auf 6 erhöht, indem 2 neue Teilnehmer nach entsprechenden Vorgesprächen, Motivationsklärungen usw. aufgenommen werden konnten.

Besonders der bereist zuvor erwähnte relativ narzisstisch geprägte Teilnehmer, Herr Lu., äußerte sofort erhebliche Zweifel an der Integrität und Vertrauenswürdigkeit der beiden neuen Teilnehmer. Er meinte, er könne jetzt nicht mehr offen und ehrlich sein, während die anderen Teilnehmer abwartend und neutral, teils auch positiv-neugierig auf die neue Situation reagierten. Bevor aber das neue Modul „Aggressionsbewältigung (AB)“ begonnen wurde, hatten daher die beiden neuen Teilnehmer Gelegenheit, sich vorzustellen, ihre Motive und Hoffnungen über das BPG zu äußern, und in die Gruppe zu finden, während sich rasch zeigte, dass die Gruppe, und natürlich auch Herr Lu., zur Integration der „Quereinsteiger“ gut in der Lage war. Der „neue Wind“ konnte sogar positive Impulse für die Arbeitssituation mit sich bringen. Der Lern-Nebeneffekt dieser Veränderung der Gruppengröße mit entsprechenden 'Vorab-Sorgen', die sich nicht bestätigten, war, dass die Teilnehmer erkennen konnten, dass Gelassenheit oft am weitesten führt.

 

Herr La., (FAB-AZ: 225/10), integrierte sich zügig gut, zeigte relativ schnell Vertrauen in die Gruppe und ging mit wertvoller Offenheit gleich vorbildlich voran. Er wurde meistens als authentisch und wertvoll für die Gruppe und die gemeinsame Arbeit erlebt.

Herr G., (FAB-AZ: 224/10), zeigte von Anfang an deutliche Bemühungen, sich in der Gruppe zu integrieren, tat sich aber wegen 'Sprachverständnisschwierigkeiten' und einer eher arrogant und verschleiernd/undurchsichtig wirkenden Art insgesamt schwer. Später im Verlauf gab es zwischen ihm und Herrn Lu. persönliche Streitigkeiten, die in die Gruppe mit hinein gebracht wurden. Die Klärung konnte dann aber auf außerhalb der Gruppe verlegt werden und störte nicht weiter den reibungslosen Ablauf. (Allerdings änderten sie die Sitzordnung, um nicht mehr nebeneinander sitzen zu müssen...).

 

Während des Moduls „Aggressionsbewältigung (AB)“ wurde, neben der Vorstellung und Gelegenheit zur Integration der neuen Teilnehmer, an geeigneten Stellen auch die Vorstellung ihrer beiden „persönlichen Lebensmuster“ und später auch die beiden „Deliktszenarios“ nachgeholt. Sie absolvierten dies mit gutem Erfolg.

Das Modul „Aggressionsbewältigung (AB)“, für das im Skript generell etwa 12 Doppelstunden vorgesehen sind, erstreckte sich daher auf eine längere Zeitspanne und wurde konkret erst am 19.5.2011 beendet.

 

Das folgende Modul „Nicht-kriminelles Denken (NKD)“ startet konkret am 9.6.2011.

 

Die Teilnehmer zeichnen sich durch relativ häufige Nachfragen bzw. hohes Diskussionsbedürfnis aus, was nicht immer zugelassen werden kann, um die Struktur des vorgegebenen Skripts halten zu können. Das Bemühen der beiden Trainer ist, Verständnisfragen und der Vertiefung des Wissens dienende Diskussionen/Nachhaken natürlich zuzulassen, sofern möglich, aber ansonsten der Umsetzung der vorgegebenen Struktur Priorität zu geben.

 

Der Lernzuwachs sowie die allgemeine Motivation der Teilnehmer schwanken zwar, sind aber nach wie vor als ausreichend bis gut zu bezeichnen.

Insbesondere die begleitende Einzeltherapie des narzisstisch geprägten Teilnehmers, Herr Lu., hat sich als hilfreich und teilweise positiv regulativ erwiesen. Zwei weitere unterstützende Einzeltherapien finden parallel statt. Sie ermöglichen den Teilnehmern, Persönliches aufzuarbeiten und/oder gezieltere Fragen z.B. aus der eigenen Geschichte zu bearbeiten.

Besonders Herr D. profitiert hiervon und wird insgesamt gesehen dank seiner guten Fähigkeit zu Tiefe und Selbstreflektion immer wieder als Gewinn für die Arbeit in der Gruppe erlebt. Er und ein weiterer Teilnehmer, Herr E., sorgen manchmal sichtlich für Ausgleich, Harmonie und gute Zusammenarbeit in der Gruppe.

Über Herrn H. bleibt im Moment zu sagen, dass er als einziger signalisiert, dass die Gruppe seiner Meinung nach bald zu Ende sein möge, da er Vieles schon wisse bzw. nicht brauche. Gerade diese ihm eigene Haltung wird mit ihm in der Einzeltherapie stark hinterfragt.

Das gerade beendete Modul „Aggressionsbewältigung (AB)“ wurde als sehr wichtig und hilfreich erachtet, da es fest gefahrene Muster bei den Klienten beleuchten und herausstellen konnte, diese zum Nachdenken und zu Veränderung anregen konnte.

Hierfür war es aber sichtlich nötig, ständige Wiederholungen zu fordern, Wissen spontan abzufragen usw. – um herauszufinden, was tatsächlich behalten und verstanden wurde.

Die Teilnehmer neigen dazu, sich zu überschätzen und Probleme (oft auch ungewollt) zu beschwichtigen.

Ohne das vertiefende Vorgehen wäre, so die Erfahrung der beiden Trainer, einiges an Lernzuwachs über konkrete Strategien der Aggressionsbewältigung nicht verinnerlicht worden.

 

Die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Behandlungsabteilung usw. hat sich immer mehr zur Routine entwickelt und das BPG hat sich weiter ins Gesamtbild etabliert.

 

 

Das Programm ist nun zu weniger als zwei Drittel absolviert – das Ende ist noch nicht konkret abzusehen. Das wichtige Modul „Opferempathie (OE)“ ist alleine schon mit weiteren 20 Sitzungen per Skript anberaumt.

Sehr wahrscheinlich wird das Programm daher, auch ohne etwaige Störungen im Verlauf, nicht mehr 2011, sondern erst 2012 abgeschlossen werden können.

 

 

 

Pressebericht aus der BNN vom 22. April 2010

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Behandlungsabteilung JVA Adelsheim hat Arbeit aufgenommen

Die von der Manfred Lautenschläger Stiftung in Wiesloch über BIOS weitgehend finanzierte Behandlungsabteilung jür junge Straftäter hat zum 1. Oktober 2011 ihre Arbeit aufgenommen.

 

Konzeption: BIOS-Behandlungsabteilung in der JVA Adelsheim

Zielgruppe: Unsichere und gehemmte junge Strafgefangene, die wegen dieser psychischen Disposition entweder straffällig geworden oder auch während des Strafvollzugs Opfer von Übergriffen anderer Strafgefangener geworden sind.

Arbeitsbeginn:       September 2011

Die Justizvollzugsanstalt Adelsheim ist mit 474 Haftplätzen die zentrale Jugendstrafanstalt in Baden-Württemberg. Sie vollzieht hauptsächlich Jugendstrafen an jungen männlichen Gefangenen. Rund die Hälfte der Insassen verbüßt eine Jugendstrafe wegen eines Gewaltdelikts. Nahezu 50 Prozent der Insassen besitzen einen Migrationshintergrund. Nachdem auch innerhalb der Anstalt zahlreiche tätliche Übergriffe unter Gefangenen auftraten, hatte die Anstalt zusammen mit der Führungsakademie Baden-Württemberg Ende 2009 eine Wertanalyse zu diesem Thema durchgeführt. Im Anschluss daran entwickelte die Anstalt für einen Teilbereich (zwei Unterkunftshäuser im intern gelockerten Vollzug) ein neues Erziehungskonzept mit differenzierten pädagogischen und psychotherapeutischen Inhalten.

Ein wichtiges Element dieser neuen Konzeption bildet das gruppenpsychotherapeutische Training sozialer Kompetenz. 25 bis 30 Prozent der betroffenen jungen Gefangenen gelten als sozial schwach bzw. überfordert und inkompetent (ängstlich, unsicher, zurückhaltend, gehemmt, durchsetzungsschwach) - mit tendenziell passivem und defensivem Verhalten und somit unfähig, Konflikte angemessen zu lösen. Aus psychologischer Sicht erscheint Delinquenz unter diesem Aspekt häufig als missglückte, nonkonforme, wenig realitätsgerechte, letztlich erfolglose Kompensation einer Selbstwertproblematik mit frühen Mangel- und Verlusterfahrungen.

In den gruppen- und einzeltherapeutischen Sitzungen (Dauer jeweils drei Monate) werden den Strafgefangenen soziale Fertigkeiten vermittelt, die bei bislang unsicheren, gehemmten jungen Strafgefangenen für das Leben in einer Gemeinschaft erforderlich sind. Die jungen Strafgefangenen lernen hierbei erfolgreich und selbstsicher zu kommunizieren, Strategien zur Problemlösung zu entwickeln und angemessen mit Ärger und Enttäuschung umzugehen.

Die Teilnahme ist auf 8 bis 10 Gefangene begrenzt. Neben einer wöchentlichen Gruppensitzung erhält jeder Teilnehmer psychotherapeutische Einzelgespräche. Ein Trainingskurs dauert 3 Monate.

Mehr hierzu finden Sie auf dieser Homepage unter JVA Adelsheim.
 

Behandlungsabteilung in der JVA Offenburg hat Arbeit aufgenommen.

Die von der Manfred Lautenschläger Stiftung in Wiesloch über BIOS weitgehend finanzierte Behandlungsabteilung für Suchtkranke Gewaltstraftäter hat zum 1. Dezember 2011 ihre Arbeit aufgenommen.

 

Konzeption:

 

BIOS-Behandlungsabteilung in der JVA Offenburg

Zielgruppe: Gewalt- und Sexualstraftäter, die neben einer die Tat mitverursachenden Persönlichkeitsstörung auch eine Suchtmittelproblematik aufweisen.

Arbeitsbeginn: 1. Dezember 2011

In der JVA Offenburg ist  - wie in vielen Justizvollzugsanstalten - eine hohe Anzahl an Menschen mit einer Suchtmittelproblematik inhaftiert. Allein der Anteil an Gefangenen mit einer Problematik im Bereich illegaler Drogen wird auf mindestens 25 Prozent geschätzt. Der Begriff „Problematik“ umfasst das Feld von leichterem missbräuchlichem Konsum bis hin zu Schwerstabhängigkeit mit Chronifizierung. Bei vielen Gefangenen steht die Suchtmittelproblematik in einem engen Zusammenhang mit der Straffälligkeit. Resozialisierungsbemühungen müssen diesen Zusammenhang berücksichtigen. Vor diesem Hintergrund wird durch BIOS eine Behandlungsabteilung für Gefangene mit einer Suchtmittelproblematik und einer einschlägigen Vorstrafe eingerichtet.

Einmal wöchentlich wird eine suchtspezifische Gruppensitzung stattfinden, Daneben psychologische Einzelgespräche, die die Gruppensitzung flankieren und vertiefen, aber auch auf weitere persönliche Anliegen der Gefangenen eingehen. Geplant sind zwei Gruppen mit jeweils 10 Gefangenen und einer Behandlungsdauer von ca. einem Jahr.


 

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